Detail der Installation imago mundi

Imago mundi

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IMAGO MUNDI ist eine Welt für sich inmitten der neuen
Bibliothek, vielmehr das Bild einer eigenen Welt.
Die Karte als Grundlage, als Ordnungsmuster für unsere
Einbildungskraft. Die Insel als klar umrissener Fleck.

IMAGO MUNDI setzt sich aus drei unterschiedlich
beschriebenen Ebenen zusammen: den roten Rumbenlinien
einer alten Seekarte im Boden des Lesehofes, den Konturen
unbekannter Inseln auf den Fensterscheiben zum Hof sowie
den Notizen entlang der Brüstung im Gebäudeinneren.

Durchblicke, Spiegelungen und Schatten fügen sich
in Ausschnitten plan zusammen. Unterschiedliche
Blickwinkel und wechselnde Lichtverhältnisse verändern
den Plan zu jeder Tages- und Jahreszeit aufs Neue.

In seiner Begrenztheit ist das Eiland ein theatraler Raum: Alles, was hier geschieht, verdichtet sich beinahe zwangsläufig zu Geschichten, zu Kammerspielen im Nirgendwo, zum literarischen Stoff.

Judith Schalansky, Atlas der abgelegenen Inseln